Es fehlt der Mensch

In der “Fabrik der Zukunft” wird der Mensch nur eingeschränkt gebraucht. Maschinen, Autos, Gebäude, Fabriken, ganze Städte werden durch Datensysteme im Internet direkt miteinander verbunden. Ein selbststeuerndes Auto ist ein führerloses Fahrzeug – es fehlt der Mensch. Und aus Sicht unseres steuerfinanzierten Gemeinwesens sollte man hinzufügen: Es fehlt der Mensch und dessen Steuern und Sozialabgaben.

Dies alleine zeigt, dass die Transformation nicht nur in Richtung “Industrie 4.0”, sondern auch zu einer “Gesellschaft 4.0” gelingen muss. Die Arbeitswelt von morgen braucht nicht nur vernetzte Maschinen in einer Smart Factory. Das Öko-System “Industrie 4.0” besteht aus Menschen, Maschinen und Software und einer weiteren Infrastruktur: der Smart City.

Der Organismus “Stadt” stellt sich nicht als ein in sich geschlossenes Ökosystem dar, das einem gemeinsamen Geschäftsmodell folgt. Die Smart City ist vielmehr ein hochkomplexes System von Ökosystemen, in dem die Teilnehmer jedes einzelnen Ökosysytems ihrem eigenen Geschäftsmodell innerhalb ihres Ökosystems folgen.

Bei der Transformation einer Stadt zur “Smart City” besteht einer der wichtigsten Veränderungsprozesse darin, dass mit vernetzender Informations- und Kommunikationstechnologie Informationen allgegenwärtig zu jeder Zeit an jedem Ort zur Verfügung stehen. Tatsächlich sind Datenschutz und Verhinderung von Cyber-Kriminalität entscheidende Herausforderungen für einen erfolgreichen Transformationsprozess zur Smart City.

Die für die Steuerungsprozesse notwendige Erfassung von Daten ist jedem Bürger einsichtig. Dass aber die so gewonnenen Daten auch gehandelt werden, führt bei vielen Bürgern zu Unsicherheit und Vertrauensverlust in die digitale Welt. Hier ist seitens der Datenerfassung betreibenden Beteiligten Transparenz, Aufklärung und Sicherheit gefordert. Neben einer starken Sicherheitstechnologie durch “security by design” sind klare Vorgaben für den Umgang mit Daten auf Basis der vom Gesetzgeber zu erlassenden Gesetze und Verordnungen gefordert. Gleichzeitig wird es äußerst wichtig, Datensicherheit und Schutz der Persönlichkeitsrechte trotz Vernetzung zu gewährleisten. Vertrauen, Flexibilität und ein bewusster Umgang mit den Technologien sind hier entscheidend.

Wieder einmal sind Technologie und Menschen in der Gestaltung nicht getrennt zu betrachten. Ein solcher Transformationsprozess kann nur gelingen, wenn die Beteiligten ein gemeinsames Leitbild haben, über Innovationsfähigkeit und -willen verfügen, eine Beteiligungskultur, Kooperation und Akzeptanz zwischen den Akteuren existiert und eine umfassende Integration sozialer Aspekte erfolgt.

(auch veröffentlicht in “initiative magazin 10/2015 | http://www.initiative-magazin.com) | amontis ag)